Auch ein Stück Ortsgeschichte
Das Gasthaus Linde in Oberwolfach

Weit über 300 Jahre reicht die Geschichte des Gasthauses zur "Linde" in Oberwolfach-Kirche zurück. Das Gasthaus ist noch älter als die stattliche Dorflinde, die zur Zeit des Kirchenbaus anno 1755 gepflanzt worden ist. Sie steht als Naturdenkmal unter besonderem Schutz.
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Das Gasthaus "Linde" aber bestand schon vor dem 30jährigen Krieg, in welchem es ein Raub der Flammen geworden ist. Bis zum Wiederaufbau im Jahre 1721 erhielt Lachenbauer Andreas Heizmann um 1659 das Schankrecht. Unter dem 21. Juni 1721 gab Lindenwirt Josef Welle an das Wolfacher Oberamt ein umfangreiches Memorial, aus dem ein kleines Stück Oberwolfacher Ortsgeschichte ersichtlich wird.
Welle erinnert zuerst daran, daß das an ihn verkaufte Haus "zur Linden" vor "öhndönklichen Jahren" das Wirtrecht gehabt habe. Diese auch zu der Zeit, als es während des "schwedischen Krieges" abgebrannt war. Nun habe es aber vor dem Brand immer nur zwei Wirtschaften in Oberwolfach gegeben, das Wirtshaus zur "Walkh" und eben die "Linde". Der Lachenbauer habe zwar nach dem Brand die Erlaubnis zu Wirten erhalten, aber nur so lange, bis die "Linde" wieder aufgebaut sei. Der Lindenwirt bestand auf sein Recht und bat gleichzeitig darum, daß das Amt "den vormals erweislich gehabten Schild, welches die Soldaten weggetan und verdörbt, wieder aufzuhenken gnädigst erlauben" und daß auch kein neuer Wirt mehr zugelassen werde. Für 2 Gulden jährlich entsprach das Oberamt der Bitte.

Im Jahre 1776 finden wir als Lindenwirt Valentin Welle. Als weitere Namen tauchen dann Gebert ( bis1835 ), Michael Bonath, Josef Dorner, Wilhelm Sandhaas und Karl Faißt auf. Seit mehr als 100 Jahren aber wirtet die Familie Heitzmann im Hause am Lindenplatz: von 1880 bis 1919 Johannes Heitzmann, ab 1919 Karl Heitzmann, ab 1956 Ernst Heitzmann und seit 1.Januar 1989 dessen Sohn Klaus Heitzmann und seine Frau Barbara.

Nach einem bei den Kirchenakten beim Generallandesarchiv in Karlsruhe befindlichen Lageplan stand die frühere Wirtschaft "zur Linde" ganz nahe an der den Ort durchziehenden Landstraße (heute Landstraße 96). Danach ist der heutige Lindenplatz erst nach dem Wiederaufbau der Gastwirtschaft im Jahre 1721 entstanden.

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